08.06.2017 Gymnasiallehrer sollen erneut die Lücken schließen!

Die Ankündigung der Sächsischen Bildungsagentur, Gymnasiallehrer an Grundschulen abzuordnen, sorgt für viel Aufregung in den Lehrerzimmern. Wie die Verwaltung die Idee einer „Zukunftsfähige(n) Schule für Sachsen“ umsetzt, lässt sich u.a. gerade anhand des aktuellen Einstellungsverfahren ablesen:
Da vor allem in der Region Bautzen in den Grund- und Oberschulen selbst mit Seiteneinsteigern der Personalbedarf nicht gedeckt werden kann, sollen Kollegen von Gymnasien - auch gegen ihren Willen und mithilfe der Kürzung der Stundentafel an den betroffen Gymnasien - an diese Schularten abgeordnet werden. Zur Absicherung dieser Maßnahmen sind die Gymnasien aktuell angewiesen, ausschließlich den Grundbereich, mit der Priorität der Sekundarstufe II, zu planen. Dies ist u.a. deshalb nötig, da für die 593 grundständig ausgebildeten Gymnasiallehrer nur 100 Vollzeitstellen zur Verfügung stehen. Kann mit diesem neuen sächsischen Weg einer „schulartübergreifenden Gerechtigkeit“ dem Lehrermangel nachhaltig begegnet werden?

Es ist nachvollziehbar, dass Kolleginnen und Kollegen im Zuge einer Zwangsabordnung aufgrund derartiger Rahmenbedingungen und zugleich längst ausgereizter eigener Kräfte an sofortige Kündigung denken.
Der PVS empfiehlt den Betroffenen, einer Abordnung gegen den eigenen Willen nicht zuzustimmen und sich an die Örtlichen und Bezirkspersonalräte zu wenden und unterstützen zu lassen!

Mit Nachdruck fordert der PVS von Kultusministerium und Bildungsagentur:

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