10.07.2017 Philologentag 2017 - Philologen fragen, das SMK antwortet

Philologentag 2017 - Fragen an das SMK

Frage 1
Die Möglichkeit der Zweizügigkeit von Gymnasien im ländlichen Raum im Zeitraum nur eines Schuljahres erscheint nicht zielführend. Bitte äußern Sie sich zur Standortsicherung dieser Einrichtungen.

Zur Führung zweizügiger Gymnasien im ländlichen Raum gibt es an einigen wenigen Standorten aufgrund der zu erwartenden Schülerzahlen mittelfristig keine Alternative, auch wenn grundsätzlich an der Dreizügigkeit festgehalten wird. Dadurch werden aber an den betreffenden Standorten diese Gymnasien für die nächsten Jahre gesichert.

Frage 2
Wie können die Regelungen des Schulgesetzes an den Schulen sinnvoll umgesetzt werden, ohne sie durch die Schulkonferenz außer Kraft setzen zu lassen? Beispiel: 58 Anmeldungen für eine Klassenstufe ohne Beachtung der Integrationsverordnung. Welchen Spielraum haben Schulleitungen für die Klassenbildung wirklich? Wer trägt tatsächlich die Verantwortung?

Wenn kein Ausnahmetatbestand vorliegt, werden bei Anmeldezahlen zwischen 57 und 59 Schülern zwei  Klassen gebildet und überzählige Schüler umgelenkt.
Ab 60 Schüler können drei Klassen gebildet werden.

Frage 3
Da es sich bei der Klassenstärke bei integrativ unterrichteten Schülern um eine „Soll-Bestimmung“ handelt, wird sie in der Praxis oftmals nicht umgesetzt. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Es handelt sich um eine Soll-Bestimmung, die nur dann umgesetzt werden kann, wenn die benötigten Ressourcen vorhanden sind. Dies ist in der Praxis nicht immer der Fall.

Frage 4
Welche Maßnahmen sind angedacht/wollen Sie ergreifen, um hier dem Anspruch aller Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden?

In der geplanten neuen Klassenbildungsverordnung wird für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine eindeutige Regelung bezüglich der Berücksichtigung bei der Klassenbildung getroffen (Schülerfaktor). Diese befindet sich noch in der Erarbeitung und wird rechtzeitig zur Vorbereitung des Schuljahres 2018/19 vorliegen.  Aber auch zukünftig muss bei den Planungen die Ressourcenlage Berücksichtigung finden.

Frage 5
Womit begründen Sie, dass die neue Regelung auch für die Klassenstufe 12 kurzfristig umgesetzt werden musste?

Die Neuregelung an sich ergibt sich aus der neuen Vereinbarung der KMK zur gymnasialen Oberstufe. Sachsen war das einzige Land, welches keine zu streichenden Kurse zuließ. Maßgeblich für die Entscheidung waren die Chancengerechtigkeit im Vergleich mit anderen Ländern und die Einführung des KMK-Abituraufgabenpools 2017. Hier sollte die Vergleichbarkeit nicht nur in den Aufgaben, sondern auch in den Rahmenbedingungen hergestellt werden.

Frage 6
Warum war es nicht möglich, den Oberstufenberatern zeitnahe Unterstützung zukommen zu lassen?

Grundsätzlich war das neue Berechnungsmodell seit dem Schulleiterbrief vom 10.11.2016 bekannt. Eine Verordnungsänderung muss zunächst verschiedene Anhörungsverfahren durchlaufen. Zum Zeitpunkt des Anhörungsverfahrens hat der Landesschülerrat dann aber eine Online-Petition angekündigt. Um mit Blick auf die Chancengerechtigkeit rasch Abhilfe zu schaffen, wurden dann die Schulleiter mit einem Schulleiterbrief und einen Tag später die Medien informiert.  Deshalb haben dies einige Oberstufenberater und Lehrer aus der Presse erfahren. Neu war aber nur der Zeitpunkt der Einführung. Nachfragen von Oberstufenberatern und Lehrern wurden umgehend beantwortet und Software für Zeugnisse etc. umgehend zur Verfügung gestellt.

Frage 7
Die Universitäten und Hochschulen beklagen fehlende Kenntnisse und Fähigkeiten der Studienanfänger. Worin sehen Sie Möglichkeiten, die Studierfähigkeit unserer Absolventen und den Übergang / die Nahtstelle Schule – Hochschule besser zu gewährleisten?

Berechtigte Klagen nehmen wir sehr ernst, nicht aber einseitige Schuldzuweisungen an das System Schule, wie sie in Brandbriefen mitunter vorgetragen werden. Alle Seiten müssen akzeptieren, dass sich das Bedingungsgefüge und die Herausforderungen an Schulen geändert haben (Heterogenität, Zunahme der Schülerzahlen, Zunahme von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, Migration, Einfluss digitaler Medien, …).
Mit den Hochschulen sind wir in einem konstruktiven Dialog, um einerseits methodische Übungsformen und Basiskompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen noch stärker im Unterricht zu betonen, aber auch die Hochschulen dabei zu unterstützen, Studenten dort abzuholen, wo sie gegenwärtig zu Studienbeginn stehen. Sachsen beteiligt sich z. B. intensiv an der Arbeit der Übergangskommission Schule-Hochschule Mathematik.

Frage 8
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit von SMK und SMWK in Bezug auf die Zugangsvoraussetzungen für ein Lehramtsstudium in den Fächern Kunst und Musik?

Gemäß einschlägiger hochschulrechtlicher Vorschriften - § 17 Absatz 11 SächsHSFG - soll die Hochschule zum Nachweis der erforderlichen Qualifikation für die Zulassung zu einem künstlerischen, sportwissenschaftlichen oder sprachwissenschaftlichen Studiengang eigene Leistungserhebungen durchführen. Aufgrund der Hochschulautonomie obliegt es der Hochschule, das erforderliche Niveau festzulegen.

Seitens SMWK wurde in Gesprächen mit der HfM Dresden u.a. auch das Niveau der Aufnahmeprüfung hinsichtlich der Lehramtsbewerber thematisiert. Eine Annäherung der Positionen ist äußerst schwierig. Seitens der HMT Leipzig wurde dem SMK gegenüber bekundet, dass man versucht, sich auf die Lehrämter und die Studierenden differenziert einzustellen. Im gemeinsamen Gremium von SMWK, SMK und Hochschulen, der Staatlichen Kommission Lehrerbildung, bietet sich die Möglichkeit, die Thematik erneut aufzurufen.

Frage 9
Obwohl in Chemnitz bis zu 1000 Bewerber auf ca. 100 vorhandene Studienplätze für das Lehramt an Grundschulen festzustellen waren, soll bzw. kann deren Anzahl nicht erhöht werden. Womit lässt sich diese Entscheidung begründen?

Das SMWK hat sich zur Verstetigung der Grundschullehrerausbildung an der TU Chemnitz bekannt. Seitens der Studierenden und der Hochschullehrer gibt es ein sehr gutes Feedback zur Grundschullehrerausbildung am Standort Chemnitz. Probleme bestehen gegenwärtig bei der Besetzung der Professuren WTH, Grundschuldidaktik und Kunst. In der aktuell mit der TUC geschlossenen Anschlusszielvereinbarung zur Fortführung des „Bildungspaketes Sachsen 2020“ wurde ab Wintersemester 2016/2017 die Studienkapazität für Studienanfänger im ersten Fachsemester von bisher 100 auf 120 erhöht.

Frage 10
Wir betrachten den Ausbau von Lehramtsstudiengängen an weiteren Standorten als Möglichkeit, die Gewinnung von Lehrkräften aller Schularten für den ländlichen Raum zu erleichtern. Wie bewerten Sie diesen Ansatz? Welche Ziele werden diesbezüglich verfolgt?

Standorte bzw. Ausbildungseinrichtungen der ersten Phase der Lehrerbildung sind zunächst zwingend die Universitäten. Um ausreichend Lehrernachwuchs in hoher Qualität auszubilden, hat die sächsische Staatsregierung mit den lehrerausbildenden Hochschulen Zielvereinbarungen geschlossen. Diese beinhalten konkrete Angaben, wie viele Studienanfänger je Studienjahr in den einzelnen Lehrämtern und Fächern immatrikuliert werden sollen. Die Daten orientieren sich sehr eng an den Größenordnungen, die bis 2020 und darüber hinaus erforderlich sind, um aus dem Schuldienst ausscheidende Lehrkräfte ersetzen zu können. Um den Lehrernachwuchs bereits während des Studiums stärker in alle Regionen des Freistaates Sachsen zu bringen, werden die nach LAPO I verpflichtenden schulpraktischen Studien/Praktika flächendeckend in allen Regionen des Freistaates absolviert.
Außerdem sind die Standorte zur Ausbildung von Lehramtsanwärtern und Studienreferendaren im Vorbereitungsdienst wieder regional erweitert worden. Derzeit werden in Chemnitz, Dresden und Leipzig je vier Lehrämter zur Ausbildung angeboten. Dies war ein wichtiger und von der Ausbildungsstruktur her möglicher Schritt in Richtung Regionalisierung.

Frage 11
Inwieweit wurden in das Konzept „Medienbildung#digital“ des SMK die Ergebnisse der vor Jahren in Auftrag gegebenen Studie von Prof. Igel aufgegriffen? Wann darf mit der Veröffentlichung der Studie gerechnet werden?

Prof. Igel hat 2015 eine erste Expertise vorgelegt, die vor allem auf die Implementierung von Projekterfahrungen gerichtet war. Eine Veröffentlichung der Studie ist nicht geplant.

Frage 12
Was plant das SMK für den Teil 2 des Entwurfes  „Medienbildung#digital“ des SMK? Das angedeutete Inhaltsverzeichnis und das Muster für ein konkretes Maßnahmenpaket (Stand 24.1.17) signalisieren die nunmehr konkrete Projektplanung. Dazu gehört das Setzen von Meilensteinen ebenso wie das Schnüren von Arbeitspaketen in Bezug auf

Zurzeit werden die vielen sehr produktiven Stellungnahmen und die Ergebnisse von Thematischen Runden Tischen (bspw. zum Thema Lehrerbildung) als Grundlage zur Überarbeitung des Diskussionsentwurfs genutzt. Spätestens im 3. Quartal soll der Entwurf in den Status einer Konzeption überführt werden. Dazu dient Teil 2 der Konzeption, der so auch als Grundlage des Projektmanagements Verantwortlichkeiten, Meilensteine, und Arbeitspakete aufzeigen wird. Daher kann derzeit  auf die o. g. einzelnen Punkte noch nicht in hinreichender Tiefe eingegangen werden.

Frage 13
Die Ausbildung der Referendare in einem Zeitraum von Februar des einen bis Juli des nächsten Jahres lässt sich an den Schulen noch gut organisieren. Sorgen bereitet die Umsetzung dieser Ausbildung mit Beginn im August:

Für die schulischen Anforderungen hinsichtlich der Gestaltung der Lehraufträge der Lehramtsanwärter und Studienreferendare im Vorbereitungsdienst sind die Regelungen der LAPO II einschlägig und verbindlich. Dass dies halbjährig Änderungen in der Gesamtstundenplanung der Schulen nach sich zieht, ist nicht auszuschließen. Gute Abstimmungsprozesse zwischen der SBA und den Schulen sind deshalb wichtig.

Frage 14
Wie bewerten Sie die Notwendigkeit von Seiteneinsteigern am Gymnasium? Bitte informieren Sie uns bezüglich der Konzepte zur Ausbildung von Seiteneinsteigern! Welche Erfahrungen/Erkenntnisse wurden bereits an den Seminaren bei der Ausbildung von Seiteneinsteigern gewonnen?

Für das Höhere Lehramt an Gymnasien gibt es zu jedem Ausbildungsbeginn des Vorbereitungsdienstes hohe Bewerberzahlen. In der Folge werden in diesem Lehramt nach wie vor die meisten Studienreferendare ausgebildet. Auch die Bewerberzahlen im Rahmen der  Einstellungsverfahren in den Schuldienst sind weiterhin hoch. Dennoch wird die Beschäftigung von Seiteneinsteigern in bestimmten Fächer oder bei regionalspezifischen Bedingungen nicht auszuschließen sein. Aus den dargelegten Gründen ist davon auszugehen, dass die Größenordnungen aber wie bisher im Vergleich zu den Schularten Grundschule und Oberschule gering bleiben.
Seiteneinsteiger am Gymnasium haben dieselben Qualifizierungsmöglichkeiten wie Seiteneinsteiger in anderen Schularten. Diese richten sich nach der jeweiligen Vorqualifikation der Kolleginnen und Kollegen. Verbindlich ist zunächst die dreimonatige Einstiegsfortbildung. Ihr folgt entweder eine schulpraktische Ausbildung in dem über den Hochschulabschluss belegten Fach oder das berufsbegleitende Studium eines Faches.
Im Wesentlichen wird aufbauend auf der Vorqualifikation der Weg der grundständigen Ausbildung berufsbegleitend nachgezeichnet. Erst nach Abschluss aller erforderlichen Teile erfolgt eine Gleichstellung mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften. Weitere Informationen findet man unter: http://www.lehrerbildung.sachsen.de/bewerber.html.

Frage 15
Der Abschlussbericht zum QUER-Projekt erwähnt positive Aspekte von Eignungstests – sowohl für den Seiteneinstieg als auch für ein grundständiges Lehramtsstudium. Inwieweit wird darüber nachgedacht, mithilfe von Eignungstests  die erfolgreiche Integration von Seiteneinsteigern vorzubereiten und damit zugleich das Ansehen des Berufsstandes zu bewahren?

Die derzeit verfügbaren Eignungstests sollen potenzielle Lehramtsstudenten vor dem Studium anregen, ihren Studienwunsch sowie ihre Berufswahl zu prüfen. Ein rechtsverbindliches Steuerungsinstrument für den Zugang zu einem Beruf bzw. das den Beruf vorbereitende Studium stellen die Eignungstests nicht dar. Dies würde in gleicher Weise für Seiteneinsteiger gelten. Hier ist eher die Probezeit zu nutzen, um über die Einstiegsfortbildung, die ersten Erfahrungen beim Erteilen von Unterricht sowie im Rahmen der Gestaltung der komplexen Aufgaben einer Lehrkraft zu prüfen, ob die Entscheidung, sich in diesem Beruf weiter zu qualifizieren und ihn langfristig auszuüben, die richtige ist.

Frage 16
Die Problematik der Medienbildung und Digitalisierung an den Schulen ist nunmehr durch Beschlüsse der KMK in den Fokus sächsischer Bildungspolitik gerückt. Informieren Sie uns bitte zu diesbezüglichen Ausbildungsinhalten und Plänen innerhalb der Lehramtsausbildung.

Es wird an dieser Stelle auf Frage 12 verwiesen.
Im Curriculum für den 18 monatigen Vorbereitungsdienst ist bereits für alle Lehrämter zusätzlich zur schon vorhandenen Berücksichtigung medialer Aspekte in den Schwerpunkten des Bereiches „Lehren und Lernen“ ein Vertiefungsschwerpunkt „Medienbildung und Förderung der Medienkompetenz“ integriert worden.

Frage 17
Warum werden die Stunden eines Referendars (18 Monate) nach 6 Monaten nicht mehr meinem Stundenkontingent angerechnet, obwohl ich weiter hospitieren und beratend zur Seite stehen soll? Warum wird die entstehende Mehrarbeit nicht honoriert?

Nach § 14 Abs. 3 LAPO II unterrichten Lehramtsanwärter und Studienreferendare ab dem zweiten Ausbildungsabschnitt in der Regel zwölf Unterrichtsstunden wöchentlich im Rahmen eines selbstständigen Lehrauftrages. Das daraus resultierende Arbeitsvermögen ist zur Sicherung der Unterrichtsversorgung zu berücksichtigen. Die Tätigkeit des Mentors wird entsprechend der geltenden VwV Unterrichtsverpflichtung (Ziffer 4.2.7) abgegolten.

Frage 18
Wann erfolgt die Anerkennung der Arbeit von an die Ausbildungsstätte für das Höhere Lehramt abgeordneten Lehrern mit der bundesweiten Funktionsstelle?

Soweit sich die Frage auf die Leiter und stellvertretenden Leiter der Lehrerausbildungsstätten bezieht, siehe Frage 19a).

Frage 19
Gegenwärtig werden für die Leiter und Stellvertreter der Lehrerausbildungsstätten Ver-waltungsstellen eingerichtet. Sie werden dadurch schlechter gestellt als andere Lehrkräfte.
a) Ist man sich am SMK der verantwortungsvollen Rolle der Seminarleitung bewusst? Wo bleibt die Wertschätzung?

Für die Leiter und stellvertretenden Leiter der Lehrerausbildungsstätten wurden durch den Haushaltsgesetzgeber erstmals im Haushaltsplan 2017/18 Stellen ausgebracht, welche deren Versetzung in die jeweiligen Bereiche ermöglichen. Mit diesen Versetzungen wird den Bediens-teten eine konkrete Perspektive eröffnet und nunmehr auch die gebotene Sicherheit für deren weitere (dauerhafte) persönliche Planung und Personalentwicklung geschaffen. Diese Schritte zeigen, dass man sich sehr wohl der verantwortungsvollen Rolle der Leiter und stellvertretenden Leiter der Lehrerausbildungsstätten bewusst ist.

b) Warum verunsichert man Referendare (LA GYM), indem man ihnen Stellen an Grund- und Oberschule in Aussicht stellt?

Nach wie vor besteht in Sachsen ein deutlicher Bewerberüberhang am Gymnasium (im aktuellen Einstellungsverfahren 593 ausgebildete Gymnasiallehrkräfte für 100 zur Verfügung stehende Stellen). Erheblicher Bedarf besteht dagegen an den Schularten Grundschule und Oberschule. Um allen grundständig ausgebildeten Lehrkräften ein Stellenangebot unterbreiten zu können, wird Gymnasiallehrkräften, die am Gymnasium keine Stelle erhalten können, eine Einstellung an einer Grund- oder Oberschule angeboten.

c) Warum dauert das Einstellungsverfahren länger als in anderen Bundesländern?

Die Sächsische Bildungsagentur verfolgt im Rahmen der Einstellungsverfahren das Ziel, die Bewerberinnen und Bewerber schnellstmöglich und in kürzester Frist beruflich an den Freistaat Sachsen zu binden. Jährlich werden bis zu 2.000 Einstellungen realisiert.
Die Einstellungen beginnen bereits Ende April, da wir in der derzeitigen Einstellungssituation den Großteil der grundständig ausgebildeten Lehrkräfte konkurrenzlos in den Schuldienst - unmittelbar nach Bewerbungsende - übernehmen können. Der überwiegende Teil der Einstellungen erfolgt in den ersten 4 Wochen nach Beginn des Verfahrens. Das Verfahren ist in der Regel zum Beginn der Sommerferien beendet. Danach werden nur noch offene Stellen besetzt, die u. a. aufgrund von Absagen bereits Eingestellter entstanden sind. Von einer längeren Dauer des sächsischen Einstellungsverfahrens als in anderen Ländern kann somit keine Rede sein.

d) Wann kommt das im Januar in der Presse angekündigte Maßnahmenpaket für Referendare?

Gemäß Maßnahmenpaket soll für Lehramtsanwärter und Studienreferendare, die nach Abschluss der Ausbildung eine mindestens vierjährige Tätigkeit als Lehrkraft im Arbeitsverhältnis zum Freistaat Sachsen aufnehmen, ein Zuschlag in Höhe von 390 EUR pro Monat gewährt werden.
Die Gewährung dieses Verpflichtungszuschlages wird durch Aufnahme einer Regelung in die Verordnung des SMI zur Ausgestaltung des öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnisses umgesetzt. Der Verordnungsentwurf des SMI befindet sich derzeit im Anhörungsverfahren.
Die Verordnung soll möglichst zu Schuljahresbeginn 2017/18 veröffentlicht werden und rückwirkend zum 1. Februar 2017 in Kraft treten. Die zum 1. Februar 2017 eingestellten Lehramtsanwärter und Studienreferendare werden nach Vorliegen der oben genannten Rechtsgrundlagen von der SBA über die mögliche Zahlung des Verpflichtungszuschlages informiert.

Frage 20
Durch die KMK wurde das Strategiepapier für digitale Bildung beschlossen. Welchen Zeitplan hat das SMK für die Realisierung? Welche finanziellen Mittel werden für die Umsetzung bereitgestellt?

In enger Zusammenarbeit der Kultusministerien der Länder entstand die KMK-Empfehlung „Bildung in der digitalen Welt“. Die derzeit vom  Sächsischen Staatsministerium für Kultus (SMK) erarbeitete Konzeption „Medienbildung und Digitalisierung in der Schule“ versteht sich als landesspezifischer Rahmen zur Umsetzung der KMK-Strategie und insbesondere des darin enthaltenen Kompetenzrahmens.
Dazu gliedert sich die Konzeption in zwei Teile: in einen Grundlagenteil und einen Maßnahmenkatalog. Der Maßnahmenkatalog ist ein dynamisches Arbeitspapier, in dem konkrete operative Maßnahmen zur Erreichung der aufgestellten Ziele formuliert werden.
Alle Teile dieser Konzeption werden regelmäßig durch das SMK evaluiert und weiterentwickelt. Dabei bilden die theoretischen und strategischen Formulierungen die Grundlage für eine kontinuierliche Einschätzung der Zielerreichung sowie der Ausrichtung der Maßnahmen. Die Veröf-fentlichung des ersten Teiles ist im 3. Quartal 2017 vorgesehen.
Aussagen zu den notwendigen finanziellen Mittel hängen  in hohem Maße von der Zustimmung zum zweiten Teil, den eigentlichen Maßnahmen, ab. Solange der Erstellungs- und Diskussionsprozess noch nicht abgeschlossen ist, sind seriöse Angaben dazu deshalb  noch nicht möglich.

Frage 21
Warum wurde die Gesamtqualifikation mitten im Schuljahr verändert?

siehe Antwort zu Frage 5

Frage 22
Wäre eine Zweitkorrektur im Haus nicht günstiger?

Jeder Abiturient hat den Rechtsanspruch darauf, dass seine Prüfungsarbeiten von (mindestens) zwei unabhängig voneinander agierenden Gutachtern bewertet wird. Dies ist mit dem gegen-wärtigen Verfahren optimal umgesetzt. Das hat nichts mit Misstrauen zu tun, sondern sichert landesweite Vergleichbarkeit und kann auch die Belastung verteilen. Viele Kollegen plädieren durchaus  für die externe Zweitkorrektur. Hinzu kommt, dass der Arbeitsaufwand für die Korrektur an sich derselbe ist.

Frage 23
Erfüllt der Aufgabenpool seinen Zweck, wenn immer mehr Länder zu G9 zurückkehren?

Die Tatsache, dass in einigen westdeutschen Ländern eine Rückkehr zu G9 oder ein paralleles Angebot von G8 und G9 vorgesehen wird,  macht die öffentliche Diskussion nicht einfacher. Aber unabhängig von der Dauer des gymnasialen Bildungsgang gilt:  Die Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife müssen alle Länder erfüllen, den Weg dahin und die Dauer der Schulzeit können sie selbst regeln. Deshalb macht der Pool auch weiter Sinn.
Ein wesentlicher Gewinn der Entwicklung des Aufgabenpools besteht außerdem darin, dass die Länder bei der Erstellung der Aufgaben zusammenarbeiten und somit wirklich das Anspruchs-niveau und die Rahmenbedingungen für das Abitur einheitlicher werden.

Frage 24
Ist ein Lesekanon notwendig, wenn sich Schüler zunehmend für Themen im Deutschabitur entscheiden, bei denen die konkrete Literatur nicht benötigt wird?

In der Tat mussten die länderübergreifenden Aufgaben bisher so gestellt werden, dass nicht die Lektüre konkreter Werke vorausgesetzt werden konnte, da die Vorgaben der Länder diesbezüg-lich sehr unterschiedlich waren. In einem nächsten Schritt wird versucht, moderat auch Werke in den Lesekanon aufzunehmen, die dann in vielen (möglichst allen) Ländern verbindlich sein sollen. Dann wird man auch wieder verstärkt Aufgaben zur Literatur stellen können. Dies wird aber noch eine gewisse Zeit dauern, da man nicht von einem Jahr zum anderen den kompletten Lesekanon ersetzen kann.

Frage 25
Welche Perspektive hat der Profilunterricht?

Zunächst: Profilunterricht wird es weiter an den sächsischen Gymnasien geben. Der fächerverbindende Charakter hat sich in der Praxis bewährt und bei den Schulbesuchen sieht das SMK hier immer wieder, was die Gymnasien leisten. Dies heißt nicht, dass es keinen Optimierungsbedarf gibt. So gibt es Überlegungen, den Schulen noch mehr Gestaltungsspielraum bei den Lernbereichen und den Arten der Profile zu geben. Auch über die Art und Weise der informatischen Bildung wird weiter nachgedacht.

Frage 26
Die Abiturergebnisse werden immer besser – die Studienabbrüche nehmen zu?

Das Phänomen des Abbruchs tritt jedoch nicht nur bei Studierenden, sondern auch bei Auszubildenden auf. Hier wirkt eine Vielzahl von Faktoren. Eine verstärkte Studien- und Berufsorientierung am Gymnasium soll die künftigen Abiturienten langfristig in ihrer Studienfach- oder Aus-bildungswahl unterstützen.  Interessant ist, dass die Durchschnittsnoten im Abitur und die Bestehensquote seit Jahren in Sachsen nahezu konstant sind. Dabei ist die Anzahl der Abiturienten mit dem Durchschnitt 1,0 auch in Sachsen gestiegen. Das heißt aber auch, dass der Anteil von Abiturienten mit schwachen Durchschnittsnoten gleichermaßen gestiegen ist.

Frage 27
Wie steht es um die Einschätzung der Hochschullehrer, dass die Mathematikkenntnisse der Studienanfänger besorgniserregend seien? Welche Gegenmaßnahmen ergreift das SMK?

siehe Antwort zu Frage 7

Frage 28
Wie wird der Anspruch auf einen geregelten Unterricht erfüllt?

Ziel der Kultusverwaltung ist es, im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen eine bestmögliche Unterrichtsversorgung zu sichern.
Die Organisation eines geregelten Unterrichts insbesondere die Verteilung der Lehraufträge sowie die Aufstellung der Stundenpläne und die Sorge für die Einhaltung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften, der Hausordnung und der Konferenzbeschlüsse obliegt laut § 40 Sächs-SchulG dem Schulleiter.

Frage 29
Wie gedenkt das SMK, Abhilfe bei der extremen Belastung der Lehrer zu schaffen?

Im Maßnahmenpaket der Staatsregierung „Zukunftsfähige Schule für Sachsen“ wurden zahlreiche Maßnahmen zur Entlastung der Lehrkräfte festgelegt: Dazu zählen u. a. besondere Entlastungen für Lehrkräfte ab dem 63. Lebensjahr, die Reduzierung von Abordnungen in die Verwaltung und die Einführung eines Modellprojekts „Schulverwaltungsassistent“ zur Entlastung der Schulleitungen ab dem Schuljahr 2017/2018.
Darüber hinaus wurde auch die gesonderte Erstellung einer Umsetzungskonzepts zur Reduzie-rung von Belastungen für Lehrkräfte aller Schularten vereinbart. Die Konzeption wird derzeit zwischen dem SMK und der SBA abgestimmt.

Frage 30
Die Förderrichtlinie des SMK über Gewährung einer Zuwendung für besondere Maßnahmen  zur Integration von behinderten Kindern läuft zum 31.12.2017 aus. Gibt es eine Fortführung?

Es ist beabsichtigt die Förderrichtlinie bis zum 31. Dezember 2018 zu verlängern, auch um mögliche Missverständnisse im Zusammenhang mit dem Stellenwert der Inklusion im Rahmen des verabschiedeten Schulgesetzes zu vermeiden. Damit können für diesen Zeitraum doch noch Bewilligungen gemäß der Richtlinie erfolgen.
Dazu werden im Rahmen der Deckungsfähigkeit in den Jahren 2017 und 2018 jeweils 150.000,- € zur Verfügung gestellt. Für das laufende Jahr sollen entsprechende Anträge bis zum 31. Juli 2017 eingereicht werden können.

Frage 31
Führt das Ergebnis der Umfrage des Landesschülerrates, ob der Übergang zum Gymnasium erst zur Klasse 8 erfolgen soll, zu entsprechenden politischen Reaktionen oder gar zur Änderung des Schulgesetzes?

Zunächst bleibt abzuwarten, welches Ergebnis die Umfrage tatsächlich bringt.. Eine Änderung des Schulgesetzes ist gegenwärtig nicht vorgesehen. Da dieses gerade erst im April vom Sächsischen Landtag nach langer und umfassender Diskussion, auch unter Beteiligung des Landesschülerrates, verabschiedet wurde, ist in absehbarer Zeit mit keinen weiteren Änderungen zu rechnen.

Frage 32
Herr Kühner hat in seinem Referat auf dem 12. Philologentag 6 bildungspolitische Schwerpunkte für das sächsische Gymnasium formuliert. Gibt es auch 6 berufspolitische Schwerpunkte zu den Rahmenbedingungen am sächsischen Gymnasium?

Die formulierten Schwerpunkte stellen ein Bekenntnis des Sächsischen Staatsministerium für Kultus zur Schulart Gymnasium und zu Kontinuität des gymnasialen Bildungsganges dar. Es war nicht das Ziel und der Auftrag des Referates, berufspolitische Schwerpunkte zu formulieren. Dafür gibt es u.a. das Maßnahmenpaket zur Lehrerversorgung. Darüber hinaus werden Möglichkeiten erörtert, die auch unter schwierigeren Rahmenbedingungen Entlastungen der Lehrkräfte bewirken können.