07.08.2017 Brauchen wir jetzt wirklich eine erneute Debatte über die Schulstruktur?

Mit Verwunderung nimmt der Philologenverband die Reaktionen bezüglich der Ergebnisse einer neuen Studie des Meinungsforschungsinstitutes Kantar Emnid zur Kenntnis. Es ist sicherlich bemerkenswert, dass sich eine Mehrzahl der 1000 Befragten für “Längeres gemeinsames Lernen” ausspricht. Daraus die Notwendigkeit eines Volksentscheides zur Änderung der erfolgreichen sächsischen Schulstruktur abzuleiten, erscheint - selbst aus parteipolitischen Gründen - fragwürdig:

1.    Im Rahmen der Novellierung des Schulgesetzes fand erst vor kurzer Zeit eine intensive und breite Debatte zur sächsischen Schulstruktur statt. Diese Auseinandersetzung sollte mit Inkrafttreten des Gesetzes beendet sein.
2.    Die Kontinuität innerhalb der Schulstrukturen ist ein bedeutendes Merkmal sächsischer Bildungspolitik. Nur stabile Rahmenbedingungen ermöglichten das hohe und bundesweit anerkannte Niveau sächsischer Schulabschlüsse.
3.    Studien belegen, dass eine längere Grundschulzeit sich nicht zwangsläufig positiv auf den Schulerfolg auswirkt.
4.    Der Bildungserfolg unserer Schüler ist - unabhängig von der Schulform - nachweislich von guten Lehrern abhängig. In Zeiten des akuten Lehrermangels sollten sich die politisch Verantwortlichen daher vorrangig für die Absicherung des Unterrichts durch Lehrkräfte, die für die jeweilige Schulart grundständig ausgebildet sind, einsetzen und dafür geeignete Konzepte entwickeln und umsetzen.

Der Philologenverband wird sich weiterhin aktiv für das bestehende und erfolgreiche gegliederte Schulsystem in Sachsen engagieren.

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