25.05.18 PVS schockiert über Planungsvorgaben für das kommende Schuljahr

Verfehlte Personalpolitik der Sächsischen Staatsregierung verhindert Bildungskarrieren nunmehr auch am Gymnasium

„Mehr als 100.000 außerplanmäßiger und rund 1.620 Stunden planmäßiger Ausfall im ersten Schulhalbjahr an unseren sächsischen Gymnasien sind eine Katastrophe“, erklärte der Landesvorsitzende des PVS, Thomas Langer, und ergänzte: „Statistiken, die nur den prozentualen Anteil des Ausfalls ausweisen, werden dabei dem einzelnen Gymnasialschüler, der innerhalb eines Schuljahres beispielsweise allein im Fach Chemie auf 16 Stunden verzichten muss, nicht gerecht. Hier werden verantwortungslos Bildungskarrieren verhindert! So können die Verantwortlichen im Kultusministerium ihrem eigenen Anspruch, die nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität zu gewährleisten, niemals gerecht werden!“

Mit Entsetzen nimmt Thomas Langer deshalb die Planungsvorgaben des Kultusministeriums zur Vorbereitung des nächsten Schuljahres (VwV Schuljahresablauf) zur Kenntnis: „Obwohl die jahrelang verfehlte Personalplanung für Grund-, Förder- und Oberschulen inzwischen für die Schülerinnen und Schüler in Bezug auf ihre Bildungskarrieren katastrophale Folgen sichtbar werden lässt, hindert man nunmehr auch die Gymnasien wiederholt daran, ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag zu erfüllen.“ Anders sei sowohl die absolut unnötige weitere Absenkung des Ergänzungsbereiches als auch das unzureichende Einstellungskontingent für die sächsischen Gymnasien nicht zu werten. „Mit der Begründung, Ungleichheiten bezüglich der anderen Schularten verhindern zu wollen, wird die Anstellung grundständig ausgebildeter Lehrkräfte an den Gymnasien noch immer beschränkt. Damit ist jetzt auch in dieser Schulart die Absicherung des Grundbereichs, also eine Ausbildung gemäß geltender Stundentafel gefährdet, völlig ungeachtet dessen, dass genügend Bewerbungen vorliegen. Die Verwaltung des Mangels erfasst jetzt also alle Schularten“, so Langer weiter. Die über unzureichend vorgehaltenes Personal erfolgende Gleichstellung der Gymnasien mit allen anderen Schularten verhindere wiederum auch das Ausreichen von Stunden im sogenannten Ergänzungsbereich, die u.a. für die Vertretung von z.B. erkrankten Lehrkräften benötigt würden. „Der neu zugrunde gelegte Berechnungsfaktor verringert die Anzahl der zur Verfügung stehenden Stunden an einem Gymnasium mit ca. 700 Schülern von zuletzt schon nicht ausreichenden 28 auf nur noch 23 Stunden. Damit kann an dieser Schule mit 60 Lehrkräften nicht einmal ein Kollege, selbst unabhängig vom Fach, vertreten werden“, erklärte der PVS-Vorsitzende abschließend.

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